Mein Leben mit einer Angst- und Panikstörung

Heute ist wieder einmal einer dieser Tage…

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…an denen ich eigentlich lieber den ganzen Tag im Bett verbringen würde. Aber das geht nicht. Vor allem nicht, wenn man selbstständig ist und nebenbei noch ein Fernstudium absolviert. Das Wochenende war richtig toll. Vor allem hatten wir den Montag zusätzlich dazu. Ein Tag länger mit meinen Liebsten. Ich war ziemlich unproduktiv. Habe weder Artikel verfasst, noch an meinem Buch weiter geschrieben oder gelernt. Mist… Aber solche Tage müssen auch mal sein. Einfach nur Ruhe und Erholung. Dafür habe ich Videos gedreht. Ich entdecke gerade Kochen und Backen für mich neu. Normal habe ich ganz stupide gekocht. Es hat natürlich geschmeckt. Doch wenn ich währenddessen ein Video drehe, erzähle ich. Ich erzähle, was ich gerade mache. Ich erzähle, wie es schmeckt und wie wir es eben mögen. Reden tut gut und ich mag es, wen ich dementsprechend Feedback bekomme. Das ist mit ein Grund, warum ich vor vielen Jahren mit meinem ersten Blog angefangen habe.

Mittlerweile verdiene ich damit Geld. Ich habe einen Stundenlohn, von dem andere träumen. Okay – ich arbeite natürlich nicht 8 Stunden am Stück und habe so entsprechend weniger „Gehalt“ am Ende vom Monat. Da sich aber immer mehr Möglichkeiten bieten, gehe ich ganz gerne diese Schritte und habe jetzt wieder einen neuen Partner an Land ziehen können, für den ich schreibe. Mit anderen Autoren natürlich. Aber ich verdiene somit wieder etwas mehr. Ja, ich bin ein bisschen stolz auf mich. Es geht weiter Vorwärts.

Trotzdem habe ich ab und an auch miese Tage. Auch, wenn ich soweit eigentlich sehr gut klar komme, habe ich manchmal kleine bis recht große Rückfälle. Ich weiß, dass sich viele Fragen, wie man am besten mit solch einem Rückfall zurecht kommt. Nun – das ist eine gute Frage denn ein Rückfall triggert ungemein.

Wenn ich nun hier sitze und arbeite und dann aus dem Nichts irgendwelche bescheuerten Gefühle inkl. Herzrasen kommen, dann habe ich natürlich meinen Spaß. NICHT!!! Wie komme ich nun wieder auf ein normales Level? Es pocht in der Brust, im Kopf, im Rücken…Arme und Hände kribbeln und das Gedankenkarussell hat sich wieder in den unmöglichsten Gedanken verfangen. Skills sind da eine gute Lösung. Manche von Euch werden Skills wohl nur zu gut kennen. „Neulinge“ fragen sich jetzt bestimmt: Herrje – was sind Skills?

Skills sind Dinge, die Dir helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Trinkt während einer Attacke eiskaltes Sprudelwasser. Beißt in eine Chili oder Ingwer. Wem das zu scharf ist, der kann auch eine Zitrone nehmen. Kaut Kaugummi – das entspannt nicht nur den Kiefer auf den man beißt, wenn man ängstlich ist. Bei zu starkem Herzrasen kann man sich einen Eispack in ein Küchenhandtuch wickeln und auf die Brust legen. Niemals ohne Handtuch…denn das kann zu Hautschäden (Gefrierbrand) führen.

Als es bei mir ganz schlimm war, habe ich gegen die Wand geschlagen oder mit einem Gummi geflitscht. Doch das sind Maßnahmen, die ich niemals empfehlen würde, da diese leichte Tendenzen zum SVV haben. Schmerz bekämpft niemals den Schmerz. Ja, man lenkt dann auch seine Gedanken vom einem zum anderen Schmerz um aber das ist nicht gut. Das ist ein Skill, den ich gerne von der allgemeinen Skill-Liste streichen würde. Aber das liegt nicht in meiner Macht.

Ganz wichtig ist, dass man eben auch lernt, mit den Symptomen umzugehen. Bei mir geht es eigentlich recht gut. Ja, es gibt Tage, an denen würde ich am Liebsten vor mir selbst weglaufen. Wie heute zum Beispiel. Aber das geht nicht. Ich sag Euch – ich hätte heulen, schreien, treten, beißen, kratzen können. Mich auf den Boden schmeißen können, wie es die kleinen Kinder machen. Doch – was hätte mir solch eine Reaktion gebracht? Panik ist scheiße – das wissen wir mittlerweile alle. Doch da kommt man wieder raus. Denkt nicht daran, was passieren könnte. Stellt Euch einfach das Schlimmste vor und sagt zur Euch – Ja, dann ist es eben so. Ändern kann ich es jetzt auch nicht. Ihr werdet sehen – die Panik verschwindet schneller als vorher.

Wenn man sich ständig daran hochzieht, kann sie nicht verschwinden. Sagt Euch einfach, dass es eben gerade jetzt so ist. Akzeptiert den Moment wie er ist. Auch, wenn es schwer ist. Ich muss es selbst noch weiter lernen. Denn wenn es einmal funktioniert heißt es nicht, dass es immer funktioniert. Es ist ein Lernprozess. Wir haben uns schließlich auch die Angst- und Panik angeeignet. Aus welchem Grund auch immer. Manche kennen die Gründe und bei manchen Betroffenen ist es unersichtlich, wo der Mist auf einmal herkommen ist. Analysiert nicht so viel. Auch, wenn viele sagen, dass das Problem mit der Ursache bekämpft werden muss… Leute das ist Quatsch. Wem bringt es was, ständig im Kopf zu bohren? Unser Hirn hat einen intigrierten Selbstschutz und versucht Dinge zu verdrängen, zu verarbeiten etc. was es auch gut schafft. Dann nach der Ursache zu suchen, kann schädlicher werden, als der Zustand momentan ist. Es heißt jetzt erst einmal lernen, mit der jetzigen Situation umzugehen um wieder leben zu können.

Ich selbst möchte nicht weiter in meiner Vergangenheit suchen. Das war einmal und kommt nie wieder. ich lebe heute im Jetzt und Hier. ich möchte Morgen auch noch leben und genau dafür arbeite ich.

Das war jetzt wieder viel Bla Bla…aber das sind momentan die Dinge die ich gelernt habe. Und daran möchte ich Euch teilhaben lassen. Vielleicht helfe ich mit dem ein oder anderen Gedankengang ja auch noch anderen da draußen, die den Mist an der Backe haben. Egal wie lange…

 

Eure Vonny

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